brücke museum berlin
3 preis
offener zweiphasiger hochbaulich-freiraumplanerischer
realisierungswettbewerb
erweiterung und sanierung brücke-museum
berlin steglitz-zehlendorf
mit planorama gmbh




erläuterungsbericht
Entwurfsleitende Idee
Der Entwurf entwickelt das Brücke-Museum aus der denkmalgeschützten Figur Werner Düttmanns weiter. Der 1980er-Jahre-Anbau wird zurückgebaut; der flache Museumsbau wird in Klarheit, Umlaufbarkeit und Beziehung zur Landschaft wieder lesbar. Der Erweiterungsbau ergänzt das Ensemble als eigenständiger dritter Baukörper zwischen Brücke-Museum, Kunsthaus Dahlem und Grunewald: fünf versetzte Pavillons, im Sockelgeschoss mit dem Bestand verbunden. So entsteht ein barrierefreier Campus mit Campusmitte und Brücke-Garten, während die Eigenständigkeit des Bestands gewahrt bleibt. Die Natur bleibt Leitmotiv – wie bei Brücke-Künstlern und Düttmann. Der Neubau fügt sich maßstäblich in den Grunewald ein und stärkt den Ort, ohne ihn zu dominieren.
Städtebauliches Konzept
Städtebaulich entsteht ein offener Museumscampus im Grunewald. Der Erweiterungsbau liegt rückwärtig, wahrt die historische Adresse des Brücke-Museums am Bussardsteig und hält respektvollen Abstand zum Düttmann-Bau sowie zum Kunsthaus Dahlem, sodass beide Solitäre in ihrer Eigenständigkeit erhalten bleiben. Fünf leicht versetzte Pavillons reagieren auf Maßstab, Körnung und Waldstruktur. Durch ihre Setzung entstehen differenzierte Freiräume: Zwischen den drei Baukörpern spannt sich die Campusmitte auf, ergänzt durch den Brücke-Garten als grünes Lernzimmer, die Caféterrasse und Lesebereiche am Waldrand. Der Landschaftsraum bildet die tragende Struktur des Ensembles und verbindet alle Bereiche über ein barrierefreies Wegenetz.
Hochbauliches Konzept
Das Museum verbindet Sammlung, Ausstellung und Vermittlung zu einem zusammenhängenden Ort. Der Bestand bleibt Ausstellungsort der Sammlung. Das Bestandsfoyer wird durch gezielte Eingriffe freigestellt, bündelt Eingang, Kasse und Shop und bleibt zentraler Verteiler des Museums. Unmittelbar daran angebunden erschließt eine tageslichtdurchflutete Foyererweiterung im Sockelgeschoss den Erweiterungsbau mit Wechselausstellung, Depot, Garderobe/WC und Verwaltung: Zwei Sitztreppen und Oberlichter formen das neue Herzstück des Museums – Aufenthalts- und Veranstaltungsort für Begegnung, Vernissagen und Vorträge und zugleich Auftakt zur neuen Ausstellung. Die fünf Pavillons werden ebenfalls darüber erschlossen und nehmen Vermittlung, Café, Bibliothek und Studiensaal auf.
Freiraumplanerisches Konzept
Das Freiraumkonzept entwickelt den Campus als „Museum im Wald" und versteht ihn als Teil des Grunewalds. Die kleinteilige Setzung der fünf Pavillons reagiert auf Maßstab, Körnung und Struktur des Waldes und formt differenzierte Außenräume. Die Campusmitte zwischen Brücke-Museum, Kunsthaus Dahlem und Neubau bildet den Treffpunkt. Der Brücke-Garten zwischen Erweiterung und Düttmann-Bau wird zum grünen Lernzimmer. Ergänzend entstehen Caféterrasse sowie Lern-, Begegnungs- und Lesebereiche am Waldrand. Ein barrierefreies Wegenetz verknüpft Bussardsteig, Kunsthaus Dahlem und Grunewald. Unversiegelte Flächen, wassergebundene Wege und standortgerechte Vegetation stärken Versickerung, Verdunstung und Mikroklima.
Umgang mit dem Bestand
Der Umgang mit dem Denkmal folgt dem Prinzip größtmöglicher Klarheit bei kleinstmöglichem Eingriff. Die denkmalgeschützte Substanz bleibt erhalten; Putzflächen, Sichtbeton, Dachränder, Oberlichter und die charakteristische horizontale Silhouette werden bestandsgleich instandgesetzt. Der Rückbau des 1980er-Anbaus macht die ursprüngliche Figur und den Landschaftsbezug wieder lesbar. Neue Eingriffe beschränken sich auf die Foyeröffnung und eine neue Treppe zur Erschließung des Neubaus im ehemaligen Verwaltungstrakt. So entsteht ein dauerhaft nutzbarer Museumsbau, der den Charakter der 1960er Jahre bewahrt und zugleich zeitgemäße funktionale Anforderungen erfüllt.